Feb 07 2010
Ein Donnerwetter bringt den Sieg
Die Festung ist eingenommen – der VfB Friedrichshafen hat seinen ersten Sieg in der Berliner Max-Schmeling-Halle gefeiert. Mit 3:2 (25:19, 25:21, 20:25, 19:25, 15:7) besiegten die Häfler den SCC Berlin, hätten dabei aber fast den schon sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben
Welche Worte Stelian Moculescu fand, wurde nicht bekannt. Aber es müssen die richtigen gewesen sein. Als dem VfB Friedrichshafen am Samstagabend im Bundesligaduell gegen den SCC Berlin der Sieg aus den Händen zu gleiten drohte, beorderte der Häfler Coach seinen Mannen noch einmal in die Kabine. Nach dem vierten Satz war das, und nachdem der VfB nach einer 2:0-Satzführung den 2:2-Ausgleich hatte hinnehmen müssen.
„Er hat mit uns geschimpft wie ein Vater mit seinem Sohn, wenn der etwas angestellt hat“, kleidete Kapitän Joao José die Ansprache in nette Worte und fügte verklausuliert hinzu: „Er ist sehr deutlich geworden.“ Nationalspieler Marcus Böhme fand: „Er hat uns ordentlich den Kopf gewaschen. Das war bitternötig. Denn sonst hätten wir ja so weitergemacht wie im vierten Satz.“
Mit der Standpauke rüttelte Moculescu sein Ensemble wieder wach und führte es zurück auf die Siegerstraße. Denn auch, wenn die Häfler nach ihrem Kabinengang mit gällenden Pfeifen und Buhrufen zurück auf dem Spielfeld begrüßt wurden, präsentierten sie sich entschlossener denn je und gewannen verdient 3:2 (25:19, 25:21, 20:25, 19:25, 15:7). Damit feierte Friedrichshafen nicht nur den 16. Sieg im 16. Bundesligaspiel der Saison 2009/2010, sondern zugleich den ersten Sieg in der zuvor für den VfB uneinnehmbaren Berliner Max-Schmeling-Halle.
„Da haben wir uns nicht mit Ruhm bekleckert. Wir hätten deutlicher gewinnen müssen“, sagte Moculescu. „Wenn man eine Mannschaft unterschätzt, geht das eben nicht. Die ersten zwei Sätze waren ja auch nicht so klar, wie sie vom Ergebnis her aussahen.“ José bilanzierte:
„Wir sind gut gestartet, aber haben uns dann einschläfern lassen bis wir in die Gefahrenzone gekommen sind. Stelians Worte waren hart, aber absolut notwendig.“
Eine makellose Bilanz in der Schmeling-Halle hat dank des Erfolges VfB- Mittelblocker Böhme vorzuweisen. In der vergangenen Saison gewann er zwei Mal mit dem SCC, jetzt war er auch mit seinem neuen Klub siegreich. Nicht nur ob des Sieges wird Böhme die Partie noch länger in Erinnerung behalten. Im fünften Satz nämlich wurde vor allem der Ex- Berliner bei seinen Aktionen von einem Pfeifkonzert begleitet. „Dass das passieren würde, hätte ich wirklich nicht gedacht“, sagte er.
„Aber was soll´s. Der Sieg ist das, was zählt.“
Erst am frühen Sonntagmorgen kamen die Häfler nach dem erfolgreichen Sturm auf die Schmeling-Halle wieder in Friedrichshafen an. Zum Ausschlafen blieb danach Zeit, nicht aber zum Durchatmen. Bereits am Nachmittag stand wieder Krafttraining auf dem Programm, schließlich wartet am Mittwoch (10. Februar) gegen Hypo Tirol Innsbruck
(Österreich) mit dem Achtelfinal-Hinspiel in der CEV Indesit Champions League die nächste Aufgabe. „Gegen Innsbruck müssen wir eine gewaltige Schippe drauflegen“, so Moculescu. „Sonst ist das Thema Champions League ganz schnell beendet.“
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Statistik
SCC Berlin
Aufschlag 3 Punkte, Annahme 54% (24% perfekt), Angriff 40 Punkte (47%), Block 9 Punkte Fuchs 3, Gaydarski, Spirovski 12, Skach, Holschen 2, van de Loo, Smedins 7, Galandi 4, Schwarz, Krystof L 1, Hidalgo 23, nicht
eingesetzt: Zachrich
VfB Friedrichshafen
Aufschlag 10 Punkte, Annahme 66% (32% perfekt), Angriff 55 Punkte (52%), Block 15 Punkte Geiger 8, Fromm 2, Tichacek 4, Rosic L, Kampa 1, Grozer 23, Böhme 14, José 18, Gontariu 2, Bauer, Idi 8, nicht eingesetzt: Steuerwald
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von Conny Kurth
Ein Kommentar


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