Feb 05 2010
Sturm auf die Berliner Festung
Ein Klassiker der Volleyball-Bundesliga steht auf dem Programm: Am Samstag (6. Februar, 19 Uhr) gastiert der VfB Friedrichshafen beim SCC Berlin. Zum ersten Mal wollen die Häfler dabei den Sieg aus der Max- Schmeling-Halle entführen. „Ich gehe“, sagt Nationalspieler Marcus Böhme, „zuversichtlich an die Sache ran“.
Dreiviertel acht morgens an der ZF Arena Friedrichshafen. Ein blauer Flitzer nach dem nächsten fährt vor dem Domizil der Volleyballer vom VfB Friedrichshafen vor. Mehr oder weniger verschlafen entsteigen die lange Kerle ihren Fahrzeugen und klettern in den komfortablen Reisebus. Eine lange Fahrt liegt vor ihnen. Mindestens neun Stunden und 750 Kilometer sind es bis in die deutsche Hauptstadt, wo am Samstag (6. Februar, 19 Uhr) das Bundesliga-Duell gegen den SCC Berlin auf dem Programm steht.
Das Ziel der Reise ist klar: Die Häfler wollen die Berliner Festung stürmen und zum ersten Mal den Sieg aus der Max-Schmeling-Halle mit nach Hause nehmen. „Wir fahren da hin und wollen gewinnen“, sagt VfB- Trainer Stelian Moculescu klipp und klar. „Wir wollen die Schmeling- Halle endlich einnehmen.“
Zwei Mal schon standen sich die beiden Kontrahenten im Berliner Schmuckkästchen gegenüber. Zwei Mal verlor Friedrichshafen – zuerst am 1. Februar 2009 während der Normalrunde vor der Bundesliga- Rekordkulisse von 7.700 Zuschauern mit 1:3, dann am 18. April 2009 im zweiten Halbfinalspiel der Play-offs sogar glatt mit 0:3. „Das war eine andere Saison und eine andere Mannschaft“, sagt VfB-Kapitän Joao José. „Das lässt sich schwer vergleichen. Am Samstag ist ein neues Spiel mit neuen Voraussetzungen.“
Einer, der der Partie mit besonderer Spannung entgegen blickt, ist Marcus Böhme. Der 61-fache deutsche Nationalspieler stand bei den ersten beiden Vergleichen noch im Aufgebot Berlins, schmettert und blockt aber nun für den Meister vom Bodensee. „Ich kam ja noch nicht in den Genuss, als Gast in der Schmeling-Halle spielen zu dürfen. Wenn man dann noch auf sein altes Team trifft und die ganzen bekannten Gesichter drum herum, dann ist das natürlich etwas Spezielles“, sagt er. „Ich will gar nicht daran denken, dass der VfB dort noch nie gewinnen konnte. Ich gehe zuversichtlich an die Sache heran.“
Zuversicht allerdings herrscht auch im Berliner Lager. Schließlich musste der SCC im Jahr 2010 erst eine Niederlage einstecken und steht im europäischen Challenge Cup kurz vor dem Einzug ins Viertelfinale.
Im Achtelfinal-Hinspiel bezwang das Team von Trainer Andrej Urnaut den serbischen Klub Ribnica Kraljevo und benötigt damit im Rückspiel nur noch einen gewonnenen Satz, um die Runde der besten Acht zu erreichen.
„Das war eine starke Kollektivleistung, auf die wir aufbauen können und müssen“, sagt SCC-Kapitän Jaroslav Skach und gibt sich vor der Partie gegen den VfB kämpferisch. „Natürlich ist Friedrichshafen mit dieser Mannschaft in jedem Ligaspiel der Favorit. Doch wir werden dagegen halten.“
Dabei setzen der Tscheche und seine Team auch auf die Unterstützung ihrer Anhänger. Zwischen 3.500 und 4.500 Zuschauer werden erwartet.
„Die heimischen Fans sind für eine Mannschaft immer extrem wichtig und hier hat der SCC schon einen enormen Rückhalt, gegen den man sich als Gegner zusätzlich durchsetzen muss“, sagt Böhme und fügt hinzu. „Aber was soll´s. Wie es ist, zusätzlich gegen viele Zuschauer zu spielen, wissen wir ja schon. Das ist für uns normal.“
—
Übertragung auf spobox.tv
Seltene Ehre für den VfB Friedrichshafen: Wenn die Häfler am Samstag (6. Februar, 19 Uhr) gegen den SCC Berlin antreten, sind sie zum zweiten Mal in dieser Saison beim Internetsender spobox.tv zu sehen.
Auf www.spobox.tv kann die Partie live und kostenlos verfolgt werden.
Kommentator ist Frank Winkler.
Keine Kommentare

