Tagesarchiv für den 10. Januar 2010

Jan 10 2010

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Wie Katz und Maus

Abgelegt unter Volleyball

1. Bundesliga Volleyball 09.01.2010 VfB Friedrichshafen – Moerser SC 3:2 (30:32, 23:25, 25:15, 25:20, 15:9) – 1.500  Zuschauer

Elf Moerser besiegen keinen Deutschen Meister: Mit 3:2 (30:32, 23:25, 25:15, 25:20, 15:9) gewinnt der VfB Friedrichshafen zum Auftakt der Rückrunde gegen den Moerser SC und bleibt in der Volleyball-Bundesliga ungeschlagen. „Zwischendurch hatte ich Bedenken, dass wir aus dieser Sache nicht so gut rauskommen“, sagte Trainer Stelian Moculescu.
„Kompliment an die Jungs, wie sie sich aus der Situation befreit haben.“

Katzen-Liebhaber kennen dieses Prozedere: Wenn Katzen eine Maus erbeutet haben, wird dieser nicht sofort der Garaus gemacht. Nein, erst wird mit dem Opfer ausgiebig gespielt bis es schließlich genüsslich verspeist wird. Ganz ähnlich verhielten sich die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen beim Start in die Bundesliga- Rückrunde. Im Spiel gegen den Moerser SC ließen die Häfler ihren Kontrahenten erst zappeln, um dann aber doch mit 3:2 (30:32, 23:25, 25:15, 25:20, 15:9) zu siegen.

„Da dachte man wohl, es kommt der Vorletzte und den schlägt man im Vorbeigehen. Aber dem war nicht so“, sagte VfB-Trainer Stelian Moculescu. „ Es war ein steiniger Weg. Zwischendurch hatte ich Bedenken, dass wir aus dieser Sache nicht so gut rauskommen.
Kompliment an die Jungs, wie sie sich aus dieser Situation befreit haben.“

Der Grund für die Zweifel: Im ersten Satz holten die Häfler zwar einen Sieben-Punkte-Rückstand auf, konnten allerdings fünf Satzbälle nicht verwerten und ließen sich stattdessen den Abschnitt noch entreißen.
Moers sicherte sich Satz eins und legte mit dem Gewinn des zweiten Abschnitts gleich noch einen drauf. Die drohende Niederlage vor Augen und nun mit Adrian Gonatriu für Georg Grozer und Lukas Bauer für Marcus Böhme im Spiel aber startete Friedrichshafen eine ebenso eindrucksvolle wie rasante Aufholjagd.

Das Meisterteam vom Bodensee senkte die eigene Fehlerquote und erhöhte zugleich den Druck in Aufschlag und Angriff. Erst wurde der dritte Durchgang gewonnen, kurz darauf gelang – mittlerweile wieder mit Grozer für Gontariu – der umjubelte Satzausgleich. Und nicht nur das:
Den Sieg vor Augen kämpften die VfB-Akteure um jeden Ball und verließen schließlich als verdienter Sieger das Feld der ZF Arena.
Überragenderer Spieler dabei: Kapitän Joao José, der sich – obwohl Mittelblocker – mit 21 Zählern die Krone des besten Punktesammlers sicherte.

„Wir haben harte Spiele mit sehr viel Druck hinter uns“, sagte der Portugiese. „Vom Kopf her waren wir müde und sind daher etwas zu locker in das Spiel gegangen. Glücklicherweise kam mit Adi (Adrian
Gontariu) und Balu (Lukas Bauer) neues Blut herein. Das war nicht nur wichtig für unser Spiel, sondern vor allem für die Atmosphäre auf dem Court.“ Ganz ähnlich sah das Idi. „Nach den zwei Niederlagen war es schwer, ins Spiel zu kommen“, sagte der Außenangreifer. „Danach haben wir gezeigt, dass wir kämpfen und uns aus so einem Tief selbst herausziehen können.“

Während Moers mit nur zwei Siegen auf dem Konto weiterhin auf dem vorletzten Tabellenplatz rangiert und statt den angestrebten Play-offs der 2. Liga entgegensteuert, führte Friedrichshafen das Bundesliga- Klassement weiterhin ungeschlagen und mit vier Punkten Vorsprung auf den Zweiten Generali Haching an. Bereits am Mittwoch (13. Januar, 20
Uhr) wartet die nächste Bewährungsprobe für die Häfler. Dann nämlich ist Griechenlands Vizemeister Panathinaikos Athen zum vorentscheidenden Duell in der Vorrunde der CEV Indesit Champions League zu Gast. „Wir sind in einer guten Situation. Mit einem Sieg sind wir weiter“, sagt José. „Wir sollten das also ganz ruhig angehen und einfach Satz für Satz spielen.“ Katz-und-Maus-Spiele wie gegen Moers allerdings sind dann nicht gefragt.

Statistik

VfB Friedrichshafen
Aufschlag 10 Punkte, Annahme 66% (24% perfekt), Angriff 64 Punkte (52%), Block 11 Punkte Geiger 17, Tichacek 6, Rosic L, Grozer 11, Steuerwald, Böhme 4, José 21, Gontariu 4, Bauer 6, Idi 16, nicht eingesetzt: Fromm, Kampa

Moerser SC
Aufschlag 4 Punkte, Annahme 45% (13% perfekt), Angriff 48 Punkte (48%), Block 17 Punkte Neumann 1, Grübler 4, Gietzelt 3, Wegter 12, Nasca 16, Sikorski, Prolingheuer 16, Calderon Capote, Nemeth 17, Viana L, nicht
eingesetzt: Broshog

Die nächsten Spiele des VfB Friedrichshafen
13.01.2010 (20.00 Uhr)                  Champions League    VfB  Friedrichshafen – Panathinaikos Athen (GRE)
16.01.2010 (19.30 Uhr)                  Bundesliga     VfB Friedrichshafen – evivo Düren
20.01.2010 (20.30 Uhr)                  Champions League    Copra  Piacenza (ITA) – VfB Friedrichshafen

Bericht von Conny Kurth

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